Psychotherapie

Probleme, Krisen, Ängste ... - Wer kennt sie nicht?

Sie erfahren bei mir Unterstützung mit Hilfe der Gesprächstherapie nach C. Rogers und Methoden der Kognitiven Verhaltenstherapie sowie der Hypnotherapie (auch EMDR) unter anderem bei diesen Störungen:

  • Depressionen (leicht bis mittel) - siehe Text unten

  • Ängsten

    • Sozialer Phobie

    • Agoraphobie

    • Erythrophobie (Angst vor dem Erröten) - siehe Text unten

    • Generalisierter Angststörung

    • Prüfungsangst

    • Flugangst

  • Burnout

  • Akuten Krisen (z. B. Scheidung, Trennung, Verlust)

  • Binge Eating / Emotionales Essen

  • Skin picking

  • Mobbing

Und Sonstiges auf Anfrage.

Kosten und mehr Infos finden Sie unter dem Reiter "Über mich" in der Kategorie "Vorteile für Selbstzahler"

Wodurch macht sich eine leichte Depression bemerkbar?

Depressionen gehören in das Kapitel der "Affektiven Störungen" im Klassifikationssystem der psychischen Störungen. Von affektiven Störungen redet man dann, wenn die Gefühlswelt, das Gemüt und der Antrieb eines Menschen sozusagen völlig aus den Rudern gerät. So sind die Betroffenen einer Depression wie in einer Blase gefangen, die gefüllt ist mit gedrückter Stimmung. Eine Verminderung der Freude, des Antriebs und der Aktivität sind an der Tagesordnung.

Bei der Diagonse einer Depression unterscheidet man drei Einstufungsgrade: die leichte depressive Episode, die mittelgradige depressive Episode und die schwere depressive Episode. Für die Einstufung sind ganz klare Kriterien festgelegt, die sich aus der Summe der vorhandenen Symptome der betroffenen Person ergeben. Zur Diagnose einer leichten Depression muss sich eine Gesamtzahl von mindestens vier ergeben, die sich aus der Summe der Hauptsymptome + Nebensymptome zusammensetzt. Jedoch muss eine Grundvoraussetzung zur Diagnose "Depression" beachtet werden, nämlich, dass die Symptome für mindestens zwei Wochen anhaltend in Erscheinung getreten sein müssen und diese nicht im Zusammenhang mit einer (hypo-)manischen Störung, dem Missbrauch von Drogen oder gar einer organischen Störung gebracht werden können.

Summe der Diagnosekriterien:

Bei der leichten Depression muss die Grundvoraussetzung erfüllt sein.

Bei der leichten Depression müssen von den folgenden drei Hauptsymptomen:

  1. Depressive Stimmung

  2. Interessen- oder Freudeverlust

  3. Antriebslosigkeit, Ermüdbarkeit

mindestens zwei aufgetreten sein.

Und zusätzlich muss von den folgenden sieben Nebensymptomen:

  1. Verlust des Selbstwertgefühls

  2. Selbstvorwürfe oder Schuldgefühle

  3. Gedanken an Tod oder Suizid

  4. Konzentrationsschwierigkeiten oder Unschlüssigkeit

  5. Psychomotorische Agitiertheit oder Hemmung (Betroffene ist entweder sehr agil oder kaum, bzw. beides im Wechsel)

  6. Schlafstörungen

  7. Appetitverlust oder Appetitsteigerung

mindestens ein Nebensymptom aufgetreten sein, wenn es bei den Hauptsymptomen drei sind - bzw. mindestens zwei Nebensymptome, wenn es bei den Hauptsymptomen zwei sind.

Desweiteren gibt es noch einen Pool von explizit biologischen (somatischen) Symptomen, die typischerweise bei vielen Personen mit Depressionen auftreten. Neben dem hier erwähnten Libidoverlust (die Unlust an sexueller Aktivität) sind das die bereits oben erwähnten Symptome wie Schlafstörungen, Affektivitätsstörungen und Appetitstörungen, allerdings in präziserer Benennung (z. B. Früherwachen zwei Stunden vor der gewohnten Zeit, Gewichtsverlust von 5 % im vergangenen Monat etc.).

Im Gegensatz zu den depressiven Episoden höheren Grades (mittel und schwer), sind die Betroffenen der leichten Depression zwar aufgrund der körperlichen und psychischen kräftezehrenden Symptome beeinträchtigt, jedoch durchaus noch in der Lage den Alltag zu meistern. Oftmals ist der Auslöser der leichten depressiven Episode ein belastendes Ereignis, wie beispielsweise eine Trennung, Scheidung, ein Todesfall in der Familie, der Verlust des Arbeitsplatzes etc. In der Regel wird bei der leichten Depression von den Fachärzten noch kein Antidepressiva verschrieben, da eine baldige Genesung wahrscheinlich ist. Nicht selten entwickeln sich aus einer leichten Depression aber weitere Störungen, wie beispielsweise der vermehrte Konsum von Alkohol oder Isolation. Es gilt: Je früher man sich Hilfe und Unterstützung sucht, desto besser für die eigene Gesundheit. Bitte klären Sie auch unbedingt bei Ihrem Arzt ab, ob die Symptome nicht doch eine körperliche, organische Ursache haben können. Beispielsweise sind Stimmungsschwankungen und Gewichtsverlust mögliche Anzeichen für eine Stoffwechselerkrankung, die selbstverständlich anders zu behandeln ist als eine Depression.

Ein Tipp zum Schluss: Sollte sich bei Ihnen eine leichte Depression als Diagnose ergeben haben und Sie fassen daraufhin den Mut sich professionelle Hilfe zu Rate zu ziehen, aber Sie werden mit einer längeren Wartezeit vertröstet, dann versuchen Sie bitte in dieser Zeit so oft wie möglich nach draußen in die Natur zu gehen! Die Bewegung, die frische Luft und die Schönheit der Natur werden zu mehr Wohlbefinden beitragen. Und wenn Sie Glück haben und die Sonne dazu vom Himmel scheint, dann hellt diese zusätzlich die Gemütslage auf. 

 

Außerdem achten Sie darauf, selbst wenn Ihre Energie quasi gegen Null läuft, dass Sie trotzdem Ihre Zähne putzen und den Zahnarzt besuchen. Sehr oft gehen die Zähne in dieser Zeit der Depression kaputt, da man einfach zu müde und erschöpft für die tägliche Zahnpflege ist. Aber denken Sie daran: Selbst, wenn es für Sie in der jetzigen Lage kaum vorstellbar ist, dass Sie die Depression jemals überwinden werden und irgendwann wieder in den "normalen" Alltag mit Interesse an sozialen Kontakten zurückkehren, ist es in der Regel doch sehr wahrscheinlich. Viele Menschen überwinden Ihre Depression, selbst wenn Sie das niemals für möglich gehalten haben. Die schlechten Zähne, bedingt durch die Energielosigkeit der depressiven Phase, kann man selten ganz verbergen. Das wiederum kann dazu führen, dass man sich nicht vollständig wieder in den Alltag integrieren kann und die Depression nicht vollständig überwunden werden kann. Scham, mangelnder Selbstwert, Meidung sozialer Kontakte - der Kreislauf beginnt! Abgesehen davon können Karies und Parodontose auf das gesamte körperliche Empfinden Auswirkungen haben, wie zum Beispiel starke Kopfschmerzen und Mundgeruch, um zwei der harmloseren zu nennen. Aber schon alleine diese beiden Symptome erschweren es immens, sich aus einer depressiven Phase herauszuholen. Fazit: Bei der Einteilung Ihrer Tagesenergie unbedingt an die Zähne denken. Nach der depressiven Phase ist ein Kopf schnell gewaschen, ein Bart schnell rasiert. Die Zahnreparatur ist aber unangenehm und teuer! Trotzdem machbar. Vertrauen Sie sich bitte Ihrem Zahnarzt an.

© Text. Autor: Sandra Ernst – Vervielfältigung und Weitergabe untersagt.

Foto: Sandra Ernst

Erythrophobie - Die Angst vor dem Rotwerden

Was eine Phobie ist, das wissen wohl die meisten von uns. Nämlich eine starke Angst vor etwas. Genauer gesagt eine starke Angst vor einem bestimmten Objekt oder einer Situation. Da es viele Objekte und Situationen gibt, mit denen wir Menschen im Leben konfrontiert werden, gibt es deshalb auch sehr viele unterschiedliche Phobien, die man entwickeln kann. Viele Phobien beziehen sich auf die Furcht vor Tieren wie Spinnen, Schlangen und Hunden, aber auch weniger bedrohlich wirkende Tiere wie Hühner oder Pferde können den ein oder anderen Menschen in Furcht und Schrecken versetzen. Andere Phobien beziehen sich auf Naturgewalten, spitze Gegenstände, Situationen wie Fahrstuhlfahren oder das Sehen von Blut, um nur einige zu nennen.

Menschen, die unter einer Erythrophobie leiden, sind Menschen, die sehr stark darunter leiden, schneller und stärker zu erröten, als andere und das auch in meist belanglosen Situationen. Dieser Leidensprozess geht in den meisten Fällen mit einer Depression einher und viele der Erythrophobiker ziehen sich aus Scham, in Alltagssituationen einen roten Kopf zu bekommen, immer mehr aus ihrem sozialen Umfeld zurück. Der Gedanke daran, dass bei der nächst besten Situation es wieder passieren könnte mit einem roten Kopf dazustehen und somit die ganze Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, ist ein so quälender Gedanke für einen Betroffenen, dass ein Vermeidungsverhalten die Folge ist. Der Kontakt zu anderen Menschen wird gemieden, Einladungen und öffentliche Events werden nicht angenommen bzw. nicht besucht. Das kann im schlimmsten Fall bis zur totalen Isolation führen. Aus diesem Grund wird im sozialen Umfeld des Betroffenen oft auf eine soziale Phobie als eigentliches Problem geschlossen, da man eher das schüchterne und zurückhaltende Verhalten des Bekannten wahrnimmt, beziehungsweise gar nicht auf die Idee kommt, dass jemand unter dem Rotwerden so leiden kann, dass das Rotwerden der Grund für das beobachtete zurückhaltende Verhalten sein könnte.

In vielen Fällen der Betroffenen gab es in der Kindheit ein bestimmtes Ereignis, das der Auslöser für die Erythrophobie gewesen ist. Gut nachvollziehbar sind die Leidensgeschichten von denen, die während ihrer Schulzeit von einer Lehrkraft oder einem Mitschüler vor versammelter Klasse klein gemacht worden sind. Die Mitschüler lachten einen aus, man selber wurde vor Scham rot und wollte am liebsten im Erdboden versinken. Es kann aus dieser einen Erfahrung heraus, die mit vielen negativen Gefühlen und Leiden behaftet ist, ein wahrer Teufelskreis entstehen. Ab jetzt hat man vor ähnlichen bevorstehenden Situationen Angst. Man simuliert ab diesem Zeitpunkt gedanklich Situationen, die noch gar nicht stattgefunden haben und behaftet sie mit den negativen Gefühlen, wie man sie aus der vergangenen Situation kennt. Beim Erythrophobiker schwingt dabei immer die Panik mit, sich wieder aufgrund des roten Gesichtes vor den Anwesenden blamieren zu müssen. Die Betroffenen empfinden es für sich wie ein sich "Nackigmachen" mit all seinen Ängsten vor den anderen. Der Gedanke, dass jeder den roten Kopf sehen kann, geht einher mit dem Gedanken, dass nun jeder denken muss, dass da ein ausgesprochener Trottel steht. Die Lösung des Problems ist dann oftmals schnell gefunden: gar nicht erst hingehen! Die Situation und Menschen meiden.

Es gibt viele unterschiedliche Auslöser für eine Erythrophobie. So ist natürlich nicht nur die Örtlichkeit der Schule mit Lehrern und Schülern als Herd für die Entwicklung einer Erythrophobie verantwortlich. Und es ist auch nicht immer nur ein einziges negatives Ereignis im Erfahrungsschatz der Betroffenen welches die Entwicklung am Laufen hält. Es gibt ganz unterschiedliche Ursachen und Verläufe. Einigen Betroffenen ist sogar gar kein bestimmter Auslöser bekannt. Sie berichten, dass das Problem wohl vererbt sein muss, weil Mutter, Vater oder andere nahe Verwandte, auch schon immer in sämtlichen Situationen schnell rot geworden sind. Dass die Erythrophobie vererbt werden kann ist jedoch nicht wissenschaftlich bewiesen. Eher vermutet man, dass das schnelle Rotwerden der Eltern oder nahen Verwandten vom Kind abgeschaut worden ist, sozusagen eine erlernte Verhaltensweise in bestimmten Situationen sein könnte. Ebenso kann auch die Dichte der Haut eine Rolle spielen, wobei eine geringere Dichte die Intensität der Röte unterstützt. Das heißt, dass in einigen Fällen auch diese Tatsache, nämlich das besonders auffällige Rot im Gesicht in unangenehmen Situationen und nicht das Rotwerden als solches, für den Betroffenen im Laufe der Zeit immer unangenehmer geworden ist und ihn zum Erythophobiker hat entwickeln lassen.

Das hervorstechende Merkmal der Erythrophobie ist das Rotwerden. Wie bei jeder anderen Phobie auch, gehen daneben noch typische Symptome einher, die jeder kennt, wenn er Angst verspürt: Herzklopfen, Schweißausbrüche sowie Enge und Beklemmungsgefühl in der Brust und Halsgegend. Während ein Mensch, der nicht an Erythrophobie leidet, diese Angstsymptome, inklusive dem Rotwerden, welches nämlich durchaus bei Angst normal ist, eher im seltenen Fall einer tatsächlichen bedrohlichen Situation erlebt, erlebt es der Erythrophobiker häufiger und auch in unbedrohlichen Alltagssituationen. Denn aufgrund der negativen Erfahrungen der Betroffenen werden auch die Situationen als bedrohlich eingestuft, die andere als völlig normal, banal oder menschlich bewerten. Fällt einem Erythrophobiker beispielsweise im Geschäft etwas aus der Hand auf dem Boden, dann empfindet er es als riesige Peinlichkeit. Eine Person, die hingegen nicht an Erythrophobie leidet, nimmt die Blicke der anderen Kunden vielleicht nicht einmal wahr, hebt den Gegenstand einfach auf, legt ihn zurück und setzt seinen Einkauf ohne weiteren Gedanken an das Geschehene zu verschwenden einfach fort. Nicht so der Erythrophobiker. Er bewertet sein Ungeschick überdimensional tollpatschig und peinlich. Die Angst steigt unmittelbar hoch, dass der Kopf mal wieder für alle ersichtlich rot werden kann. Und mit dieser Angst steigt automatisch die Röte ins Gesicht. Deshalb verlässt der Erythrophobiker eher tendenziell das Kaufhaus, um seinen roten Kopf vor den Blicken der anderen Kunden zu verstecken, als seinen Einkauf fortzusetzen. Und das war nur ein kleines Beispiel dafür, wie ein an Erythrophobie betroffener Mensch seine Lebensqualität nach und nach immer mehr einschränkt.

Menschen, die an Erythrophobie leiden, wissen darum, dass Ihre Angst übertrieben ist. Sie kennen aber keinen Ausweg, den Kreislauf der Angst zu unterbrechen. Vielen gelingt es jedoch, trotzdem damit zu leben und einem geregelten Alltag nachzugehen. Sie haben einen Job und leben innerhalb eines eher kleinen sozialen Umfeldes, in dem sie sich sicher fühlen. Einige Betroffene haben sich aber komplett zurückgezogen und fühlen sich nicht in der Lage die Schule, das Studium oder die Ausbildung abzuschließen oder haben sich aus dem Berufsleben zurückgezogen. Oftmals kommen aufgrund der Leidensgeschichte noch andere Begleiterscheinungen hinzu. Viele greifen aus Kummer, Scham, Frust und Einsamkeit zu Suchtmitteln wie Alkohol oder Medikamenten. Und wie bei jedem von Leid geplagten Menschen, können auch bei den Erythrophobikern suizidale Gedanken auftreten.

Wichtig ist, dass Betroffene lernen, die Angst "wieder" loszulassen. Das ist selbstverständlich einfacher gesagt als getan, aber ein Prozess der erlernt werden kann. Das Rotwerden an sich muss an Schrecken verlieren. Jeder Mensch wird rot in bestimmten Situationen und es gehört zum Menschsein einfach dazu. Wir werden aus Scham, vor Erregung, vor Wut, aus Anstrengung, bei Hitze und aus Angst rot. Das Rotwerden ist in manchen Situationen sogar ein positives Zeichen. Wird beispielsweise ein Mensch in einer Gesellschaft rot, weil er etwas Unangemessenes gesagt oder getan hat, dann wird es von den Anwesenden als Zeichen gewertet, dass derjenige seines unangemessenen Verhaltens gewahr worden ist und daraus gelernt hat. Es gibt auch Situationen, in denen Menschen rot werden, und dieses Rotwerden mit Anstand und guter Erziehung bewertet wird. Wird beispielsweise eine junge Frau beim Anblick eines nackigen Mannes rot, dann wird der Frau Sympathie entgegengebracht, also das Rotwerden als positiv bewertet.

Bei der Angst vor dem Rotwerden ist es also das Wort "Angst", das es zu beseitigen gilt und nicht das Rotwerden, das zum Menschsein dazugehört, weil es eine normale Reaktion in diversen Situationen ist. Die über einen gewissen Zeitraum sich entwickelnde Erythrophobie muss, bildich gesprochen, rückwärts wieder abgewickelt werden. Wo jetzt die Angst die Kontrolle übernommen hat, muss der Betroffene wieder lernen, selber die Kontrolle zu übernehmen. Unbedrohliche Situationen müssen wieder realistisch bewertet werden und an Schrecken verlieren. Das ist ein Prozess, der Geduld erfordert, aber nicht aussichtslos ist.

© Text. Autor: Sandra Ernst – Vervielfältigung und Weitergabe untersagt.